European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET Siegel)

European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET Siegel)

Die Berufsschule Rothenburg-Dinkelsbühl hat als eine von nur 20 Bildungseinrichtungen in Deutschland das ECVET-Siegel erhalten. ECVET orientiert sich in der Umsetzung an Lernergebnissen. Darüber hinaus nutzt ECVET Dokumente zum Aufbau und der kontinuierlichen Durchführung von Partnerschaften. ECVET steigert dadurch die Qualität von Auslandsaufenthalten.

Im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie hatten wir unseren Auszubildenden der Berufe Industriekaufmann/ -frau und Kaufleute für Büromanagement im Herbst 2015 erstmals die Teilnahme an einem durch das EU-Förderprogramm Erasmus+ unterstützten Auslandspraktikum in Brighton, Großbritannien ermöglicht. In diesem Zusammenhang wurde von der Schule eine Internationalisierungsstrategie entwickelt. Diese beinhaltet die Einführung eines Leistungspunktesystems für die Berufsbildung, welches im Anhang kurz erläutert wird. (Quelle: http://www.ecvet-info.de/de/249.php#ECVET-Punkte).

  • Was ist ECVET?

    Das europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (European Credit System for Vocational Education and Training, ECVET) ist ein System zur Ansammlung, übertragung und Anrechnung von Leistungspunkten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

    ECVET zielt darauf, Transparenz, Mobilität und Durchlässigkeit über Ländergrenzen hinweg sowie zwischen den Bildungsbereichen zu fördern. Kompetenzen, die ein Lernender oder eine Lernende in einem Bereich der beruflichen Bildung erworben hat, sollen bewertet und dokumentiert auch in einem anderen Bildungskontext anerkannt werden können. Grundlage dafür ist die Beschreibung der erworbenen Kompetenzen in Form von Lernergebnissen. Lernergebnisse bezeichnen unabhängig von Lernort, Lernkontext und Lerndauer, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind zu tun, nachdem ein Lernprozess abgeschlossen ist.

    Mit der 2009 vom Europäischen Parlament und Rat verabschiedeten Empfehlung zur Entwicklung eines Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET) will die EU die Mitgliedstaaten bei der Förderung von Transparenz, Vergleichbarkeit, Transferierbarkeit und Anerkennung beruflicher Qualifikationen und Kompetenzen unterstützen. Der ECVET-Ansatz beruht auf dem Konzept von Lernergebnissen. Lernergebnisse werden definiert als Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenz. Im Rahmen von ECVET sollen diese zu Einheiten von Lernergebnissen (Units) gebündelt und mit Leistungspunkten belegt werden. Die Orientierung an Lernergebnissen ermöglicht es auch non-formal und informell erworbene Kompetenzen z.B. durch Berufserfahrung zu bewerten und damit auf den Erwerb einer Qualifikation anrechenbar zu machen.

    Die Anwendung von ECVET in den Mitgliedstaaten erfolgt auf freiwilliger Basis im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten. Das heißt, es ist weder beabsichtigt, nationale (Aus-)Bildungssysteme zu harmonisieren, noch sie in einzelne, starre Modulabschnitte zu zerlegen. Auch ist mit ECVET keine automatische Anrechnung von Lernergebnissen oder Leistungspunkten verbunden. ECVET soll die Entwicklung gegenseitigen Vertrauens zwischen den Akteuren der nationalen Berufsbildungssysteme, zwischen den zuständigen Stellen und Trägern der beteiligten Institutionen sowie zwischen den unmittelbar Beteiligten fördern.

  • Vorteile von ECVET

    Waren in der Vergangenheit Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung eher von kürzerer Dauer, geht der aktuelle Trend in Richtung längerfristiger Lernmobilitäten.

    Mit der Dauer steigen auch die Anforderungen an die Qualität. Die Anwendung von ECVET-Verfahren und Instrumente bietet daher allen Beteiligten, d.h. Bildungsinstitutionen ebenso wie Lernenden eindeutige Vorteile:

    • gemeinsame Partnerschaftsvereinbarungen erleichtern die Durchführung der Mobilität
    • Auslandsaufenthalte werden mithilfe der Beschreibung von Lernergebnissen passgenauer und fachlich enger mit der Ausbildung in Deutschland verknüpft
    • die Anerkennung auf nationale Qualifikationen wird erleichtert und die Ausbildungszeit kann effizient genutzt werden.

    Mit ECVET können Bildungsanbieter nicht nur die Qualität transnationaler Mobilitätsmaßnahmen verbessern, sondern auch die Attraktivität ihrer Angebote steigern. Dokumentiert im europass (-Mobilität und Lebenslauf) können Fachkräfte ihre zusätzlich erworbenen internationalen Kompetenzen europaweit verständlich darstellen (www.europass-info.de).

  • ECVET Prinzipien

    ECVET orientiert sich in der Umsetzung an Lernergebnissen. Darüber hinaus nutzt ECVET Dokumente zum Aufbau und der kontinuierlichen Durchführung von Partnerschaften.

    ECVET steigert dadurch die Qualität von Auslandsaufenthalten. Die folgende Darstellung unterstützt Organisatoren von transnationalen Mobilitäten bei der Umsetzung von ECVET.

    • Lernergebnisorientierung
    • Beschreibung von Lernergebnissen
    • Einheiten von Lernergebnissen
    • Erfassung und Bewertung von Lernergebnissen
    • ECVET-Punkte

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