Staatspreisvergabe 2026
Rothenburg-Dinkelsbühl, 30.07.2026.
Am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Rothenburg-Dinkelsbühl wurden zwei Absolventinnen und ein Absolvent mit dem diesjährigen Staatspreis ausgezeichnet.
Kreisrätin Michaela Ebner übernahm die Ehrung in Stellvertretung des Landrats. Einen Staatspreis, so Schulleiter Michael Steigmann, bekommt jede Absolventin / jeder Absolvent der Berufsschule mit einem Notendurchschnitt unter 1,5 zuerkannt.
Doch nur drei von ihnen bekommen neben der Urkunde auch noch einen Geldpreis. In enger Absprache mit den Lehrkräften wurden Schülerinnen und Schüler vorgeschlagen, die auch noch persönlich überzeugen konnten: Durch ihr Engagement, ihr Auftreten, ihre Persönlichkeit.
Eine von ihnen ist Leni Eichler, die ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in der Zimmerei Stark in Auhausen absolviert hat. Eigentlich, so ihr Klassenlehrer Wolfgang Hornberger, hätte Leni die Berufsschule in Donauwörth besuchen müssen, doch sie hat einen Gastschulantrag gestellt und durfte im näher gelegenen Dinkelsbühl in die Berufsschule. In der Klasse sei sie der ruhende Pol gewesen, ausgleichend, freundlich, hilfsbereit. Den Notendurchschnitt von 1,2 habe sie erreicht und sich für ein Auslands-Stipendium beworben. Und das ist ihr bewilligt worden: Ab September geht sie für 11 Monate in die USA.
Günther Heckmann wertschätzte die Maler- und Lackiererin Ellen Frommke: Sie habe es tatsächlich geschafft, in den zurückliegenden drei Ausbildungsjahren nur Einsen zu schreiben. Ellen Frommke hat ihre Ausbildung im Malerfachbetrieb Altmann absolviert. Sie sei auch Innungssiegerin gewesen. In der Schule zeigte sie ihre hohe Sozialkompetenz, sie sei außerordentlich hilfsbereit und engagiert gewesen.
Germán Juhihara kommt aus Chile. Dort hatte er bereits einen Bachelor-Abschluss im Bereich Naturwissenschaften erworben. Doch die Verdienstmöglichkeiten in seiner Heimat waren eher bescheiden, so dass er sich entschloss, in Deutschland einen Neuanfang zu starten. Eine Ausbildung in der Systemgastronomie verlange mehr, als Pommes frittieren oder Burger bauen, so sein Klassenlehrer Stefan Grauvogl. Es gehe um guten Service und mitunter komplexe Abläufe bei der Bewältigung des Arbeitstags. Germán hat in Nürnberg bei Mövenpick im Flughafen gelernt, nebenbei ging er noch einem Minijob in einem mexikanischen Restaurant nach, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Er habe sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule überzeugt, so Grauvogl, der sich tief beeindruckt von dessen Gesamtleistung zeigte. Trotz der für ihn fremden Sprache und dem Leben in einer für ihn neuen Kultur habe er hochverdient einen hervorragenden Abschluss erworben, der ihn weiterbringe. Grauvogl überreichte ihm ein Monopoly mit den Sehenswürdigkeiten Deutschlands – auf dem Deckel findet sich ein Bild von Rothenburg.
Michaela Ebner betonte, einen Staatspreis zu erreichen, sei keineswegs selbstverständlich, es müsse dafür eine große Leistung erbracht werden. Er sei mehr als eine Urkunde, sondern auch ein Türöffner, ein Schlüssel für die Zukunft. Sie wünschte den Staatspreisträgerinnen und dem Staatspreisträger weiterhin Freude am Lernen und den Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Neben den Urkunden überreichte Ebner die Geldpreise: So gibt es als Staatspreisgeld über die Regierung von Mittelfranken 75,-- Euro, der Landkreis Ansbach legt noch einmal 50,-- Euro obendrauf.
Im Anschluss an den offiziellen Teil trafen sich die Geehrten mit Eltern, Freunden, Lehrkräfte und Ausbildern zu einem gemütlichen Ausklang mit einer kleinen Stärkung und guten Gesprächen. - M. Schwandt -
